Meine Geschichte

Meine MS Geschichte – der Anfang

Meine MS Geschichte

Die ersten Symptome

Ich bin Kati, 30 Jahre jung und habe MS.

Am Nikolaustag 2013 wurde mir diese schreckliche Diagnose gestellt.

Die Nacht zuvor war die Hölle. Ich bin aufgewacht, hatte einen ganz merkwürdigen massiven Kopfschmerz der mich die ganze Nacht wach hielt. Ich konnte weder liegen, noch sitzen noch stehen. Sowas hatte ich davor noch nie. Ein so ätzendes Gefühl, ich konnte das gar nicht einordnen.

Gut wenn ich heute zurückdenke, hatte ich in der Vergangenheit immer mal ein taubes Bein, kribbelige Hände oder ähnliche Wehwehchen. Da meine Mutter die Erkrankung auch hat, war ich immer ein wenig unsicher. Habe dann letztendlich die Symptome aber immer auf eine schlechte Durchblutung geschoben. Vielleicht auch verdrängt aus Angst?!

Der Morgen danach

Erstmal ging ich einfach zur Arbeit und verschwieg die ganzen Leiden, die ich nach dieser Nacht hatte. Die kamen auch so nach und nach ans Tageslicht. Erst dachte ich einfach, ich sei müde wegen dem mangelnden Schlaf.

Meine MS Symptome waren hauptsächlich auf der rechten Körperhälfte. Alles war taub und fühlte sich so komisch an. So als wenn diese Teile nicht zu mir gehören – vom Kopf über den rechten Arm bis in beide Beine. Mein unterer Rücken ebenfalls. Als ich dann ein Telefonat auf der Arbeit führen wollte, konnte ich gar nicht richtig sprechen. Ganz ehrlich, ich war so am lallen, dass man meinen konnte ich hätte mir einen gehoben. ;-P

Es war einfach so anstrengend die Worte auszusprechen. Ich hatte sogar Probleme Worte zu finden.

Als ich dann in der ersten Pause auf meinen Freund traf (wir arbeiten in derselben Firma) erzählte ich ihm davon und dann brach es auch schon aus mir heraus. Ich hatte eine solche Angst! Ich wusste einfach nicht was mit mir nicht stimmt. Die absolute Panik!

Er sofort zum Chef: Wir müssen ins Krankenhaus!

Die Diagnose MS

Dann fing das Prozedere an. Untersuchen, Fragen etc. Die ganze Zeit über hatte ich im Hinterkopf – BITTE lass es KEINE MS sein. Ich sprach aber bisher nicht drüber. Ich hatte Angst, wenn ich es ausspreche, dann ist es besiegelt.

Irgendwann nahm ich meinen Mut zusammen und fragte den Arzt ob es vielleicht MS sein kann. Ich erzählte ihm, dass meine Mutter das auch hat. Dann kamen sofort die Neurologen rein, verordneten ein MRT. Das wurde dann auch gemacht. Zu meinem Bedauern mit Befund.

Ich brach zusammen – diese Angst ist unbeschreiblich. Diese Verzweiflung. Ich wusste sofort was mich erwartet – die LP. Diese Untersuchung kannte ich schon von den Erzählungen meiner Mutter.

Ich wollte mich weigern, kam aber nicht drum herum. Okay, ich brachte es hinter mich und die Diagnose stand fest:

„Sie haben Multiple Sklerose“

Euch brauche ich nicht zu erzählen, wie man sich fühlt. Es zog mir den Boden unter den Füßen weg. Ich habe mich noch nie in meinem Leben so hilflos gefühlt. Für jemanden der diese Krankheit schon kennt  – zu diesem Zeitpunkt – bricht alles zusammen. Stellt euch mal vor, ihr habt dann auch noch eine Mutter, die deswegen schon im Rollstuhl sitzt und jeden Tag unter der Krankheit leidet.

Hätte ich meine Familie und vor allem meinen Freund nicht gehabt, wäre ich, glaube ich, in das tiefste Loch gefallen.

Risikofaktor Stress

Warum dieser extreme Schub ausgebrochen war, wurde mir später bewusst. Über die gesamte Vorweihnachtszeit hatte ich mit massivem Stress und enormer Überarbeitung zu kämpfen. Ich kam jeden Tag nach Hause, war absolut am Ende, war nur noch am heulen, aufgelöst und total ausgelaugt. Ich hatte keine Kraft – aber es musste ja immer weiter gehen. (Zum Verständnis: ich arbeite in einer Firma die Kindermöbel vertreibt – in der Vorweihnachtszeit ist da die Hölle los)

Meine Lösung

Heute kenne ich das WIESO und WARUM. Ich passe mein Leben nun diesen Umständen an und wenn ich merke, es wird zu stressig, nehme ich mich zurück. Damals wusste ich das nicht und dachte ich würde das endlos aushalten.

Das war der Ausbruch meiner Erkrankung, zumindest die Kenntnis darüber – der erste Schub. Leider auch nicht der letzte. Aber dazu bald mehr.

Wie war es bei euch? Es würde mich Interessieren zu erfahren wie ihr euch gefühlt habt, als ihr diese schreckliche Diagnose bekommen habt. Wusstet ihr schon darum Bescheid, was hinter dieser Krankheit steckt? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar. Denkt immer daran, wir sind nicht allein.

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